Erstes Erlebnis auf High Heels
Ich war jung, unvernünftig und naiv...ob das als Entschuldigung gilt, mir selbst den Floh ins Ohr zu setzten, dass ich nun unbedingt High Heels brauchen würde, weiß ich nicht. Leider war es so. Ich wollte auch cool sein, ich wollte dazugehören, wollte, dass man mich ernst nahm und sah, dass ich mittlerweile schon alt genug sei, um mit mir wie mit einer Erwachsenen umzugehen.
Erster Tag
Leider hatte ich nichts besseres zu tun, als meine High Heels, die ich mir von meinem eigenen Geld eisern zusammengespart hatte, ausgerechnet in der Schule zu testen. Ich weiß nicht, ob ich dachte, ich würde dann als besonders cool gelten, oder ob ich mir überhaupt irgendetwas dachte. Schon auf dem Weg zum Bus bereute ich diese Entscheidung. Mir wurde mit einem Mal klar, dass es doch einiger Übung bedurfte, in diesen Dingern anständig laufen zu können. Es erforderte einige Anstrengung in der Schule meinen gewohnten Platz einzunehmen und dabei nicht aufzufallen. Ich hoffte, den Tag im Sitzen einigermaßen zu überstehen und zu Hause dann erst einmal üben zu können anständig zu laufen.
Lektion gelernt
Aber wie das Schicksal manchmal so spielt, wurde ich an diesem Tag von meinem Lehrer an die Tafel beordert. Ich stakste hochkonzentriert nach vorne, aber natürlich knickste ich auf dem letzten Stück um, strauchelte Halt suchend, kippte und riss dabei die Kaffeetasse eines Mitschülers vom Tisch, deren Inhalt sich über meine komplette Kleidung ergoss.
Natürlich war ich ab diesem Tag die Lachnummer auf der ganzen Schule und meine High Heels mussten für lange Zeit im Schrank verschwinden, weil mir allein der Anblick die Schamesröte ins Gesicht trieb.